Fotografie

Mit der Ausstellung Ella Bergmann-Michel Fotografie gab die Fotografische Sammlung des Museums Folkwang 2005 erstmals einen Einblick in ihren umfangreichen Bestand von insgesamt 345 Fotografien der Künstlerin. Die Ausstellung zeigte 115 Bilder, und das im Steidl Verlag erschienene begleitende Buch enthält 70 Fotografien und einen Text von Anneli Duscha, der Gastkuratorin der Ausstellung.

In den Jahren 1927-1935 widmete sich Ella Bergmann-Michel intensiv den Medien Fotografie und Film und unterhielt ein Atelier im Zentrum von Frankfurt. Im Bund "das neue Frankfurt" leitete sie die "Arbeitsgemeinschaft für Film"/"Liga für unabhängigen Film" und drehte ab 1931 eigene Dokumentarfilme. Dem Thema Licht und Bewegung galt ihr besonderes Interesse, und aus der Erfahrung mit unterschiedlichen Darstellungsmedien verfolgte sie deren unterschiedliche Abstraktionsmöglichkeiten. In ihren Arbeiten bedingen sich fotografisches Gestalten und filmisches Sehen gegenseitig. Aus der Verbindung von Privatem und Öffentlichem, der persönlichen Erforschung der Gegenwart und einem gesellschaftlichen Engagement formulierte Ella Bergmann-Michel eine Bildsprache, in der sowohl der zufällige Momentcharakter der Amateurfotografie als auch der bewusste Prozesscharakter der filmischen Sequenz enthalten ist.